Sommerjugendfahrt 2012

Zur Bildergalerie

„Pack was zu essen ein, wir fahren nach Brandenburg „ (Rainald Grebe): Genauso starteten wir am 30.06.2012 mit 18 Ruderinnen und Ruderern zur diesjährigen Sommertour nach Neuruppin. Die Bahnfahrer unter uns spazierten dabei durch ein hübsches, großzügig angelegtes Städtchen zum Neuruppiner Ruderclub, der uns für zwei Tage seine Gastfreundschaft angeboten hatte. Nachdem wir die Boote abgeladen und angeschlagen hatten und auch die Gästezimmer aufgeteilt waren, brachen wir zu unserer ersten Tour auf dem Ruppiner See auf, die uns über 23 km bis zur Schleuse Altfriesack führte. Was uns sofort auffiel: Obwohl Wochenende gab es wunderbar glattes Wasser und kaum Bootsverkehr. Solch paradiesische Zustände wären auch in Köpenick mal ganz schön. Bei 30 Grad und drückender Schwüle rudern … Da war das anschließende Bad im klaren Ruppiner See eine schöne Belohnung. Spätabends wurde in der Nachbarschaft ein Feuerwerk veranstaltet. Galt das uns?



01.07.2012

Nach einem heftigen nächtlichen Gewitter war es am Sonntag nicht mehr so heiß. Gut für die anstehende 31-km-Tagestour, zunächst über den Ruppiner See, wo wir uns an der Schleuse Alt Ruppin in Richtung Molchowsee schleusen ließen. Von dort ging es weiter über den Teetzensee, Zermützelsee, das motorbootfreie Rottenstielfließ den ebenfalls „verkehrsberuhigten“ Tornowsee bis zur Boltenmühle. Dort fanden wir einen lauschigen Pavillon mit Tisch und Sitzgelegenheiten. Der ideale Ort, um unsere 10 Liter Dosensuppe auf einem Kocher zu erhitzen und alle abzufüttern. Die Jüngste in unserer Runde ist erst 12 und hat Wanderfahrtpremiere: Wir sind uns einig, dass sie ihre Sache sehr gut macht. Am Abend stand Boote abschlagen auf dem Programm, denn morgen ziehen wir zum nächsten Quartier. Vorher aber gab es noch Abendessen in einer der umliegenden Gaststätten und Fußball-Finale gucken im Irish Pub.



02.07.2012

Nach einem weiteren opulenten Frühstück im Neuruppiner Irish Pub sind wir heute mit Booten und Gepäck nach Rheinsberg gefahren, wo wir im Rheinsberger Ruderclub einsetzten, um ins 9 km entfernte Prebelow zu rudern. Dabei passierten wir den Grienericksee, den Rheinsberger See, den Schlabornsee, fuhren über den Jagowkanal in den Tietzowsee, wo wir in der Gaststätte „Zum Achter“ eine Pause einlegten, um Frischbier und andere Getränke aufzunehmen. Das Restaurant bietet Fontane-Maränen an, eine seltene Fischart, die nur im Stechlinsee vorkommt. Schließlich ruderten wir noch über den Prebelowsee und legten bei leichtem Nieselregen an der gleichnamigen Jugendherberge an. Dieses Quartier ist klein und fein, die Mitarbeiter sind mit viel Herzblut bei der Sache, wodurch Wohlfühl-Garantie besteht. Mit Blick auf das regnerische Wetter verbrachten wir den Abend bei Spielen, Lesen und Reden. Gemütlich eben.



03.07.2012

Und wieder ein Tag mit Ruderwetter. Bei wolkigen 23° brachen wir zu einer 23-km-Tour auf, die uns über den Hüttenkanal und Kleinen Pälitzsee zum Ende des großen Pälitzsees führen sollte. Schon nach den ersten zwei Kilometern war scharf Aufpassen angesagt: Aus einer Edel-Marina pflegen manchmal Yachten in den Kanal hineinzuschießen, als seien sie die Kampf-Radler des Wassers. Am Ende des Großen Pälitzsees liegt ein Rastplatz, auf dem wir wieder unseren Kocher angeworfen haben. Auf dem Rückweg noch eine Pause bei „Boot & Mehr“ kurz vor dem Hüttenkanal: Leider ging beim Anlegen ein Skull zu Bruch, so dass unsere Jüngste den Rest der Strecke als Kielschwein zurücklegen durfte. Nach einem leckeren Abendbrot (Reis, Fisch und Möhrensalat) haben wir beschlossen: Heute Nacht gehen wir auf Waschbärenjagd. Am Abend zuvor hatten einige von uns erstmals Waschbären live erlebt. Das wollten wir nun alle sehen.



04.07.2012

Der Mittwoch startete wieder richtig warm und wir sind zu einer lockeren Tour über den Tietzowsee, den Zootzener See, den Repenter Kanal, den Großen Zechliner und den Schwarzen See aufgebrochen, um nach 9 km beim Ruderverein Zechlin unsere Mittagspause abzuhalten. Außerdem waren wir auch wieder zoologisch unterwegs: Wir haben einen Luftkampf zwischen einem Fischadler und einem Habicht beobachtet, eine schwimmende Kreuzotter gesehen und Plötzen und Rotfedern gefangen, die am Abend unser Grillbuffet bereicherten. Die Stimmung in der Truppe ist nach wie vor gut, wir „Großen“ haben den Tag mit einer lustigen Pyjamaparty abgeschlossen.



05.07.2012

Der Himmel war voller dunkler, dicker Wolken, als wir heute in unsere Boote stiegen, und wir dachten, es würde bald regnen. Doch wir haben den ganzen Tag nur Wasser von unten gehabt. Erneut über den Hüttenkanal und den Kleinen Pälitzsee sind wir diesmal nach links in den Canower See eingebogen. Weiter ging es über den Labussee, die Dollbek, den Grobenowsee, die Drossedower Bek bis zum Anfang des Rätzsees, wo wir am FKK-Camping für eine Mittagspause anlegten. Schon wie gewohnt, zückte unsere Jugend - sowie die Skulls losgelassen wurden - die Skatkarten. Sogar auf dem Wasser wurde in den Pausen gezockt. Nach diesen 23 Tageskilometern wurde abends das erste Auto umgesetzt, bevor wir morgen alle in unser letztes Quartier nach Mirow aufbrechen.



06.07.2012

Über dem Wasser lag dicker Hochnebel als wir per Boot die Jugendherberge Prebelow verließen. Unsere heutige Tour führte uns 24 km über den Hüttenkanal, den Kleinen Pälitzsee, den Canower See mit der Schleuse Canow in den Labussee. Von dort führte die Route über die Schleuse Diemitz zum Vilzsee, den Mössensee, den Zotzensee und über einen langen Kanal in den Mirower See bis zur Jugendherberge Mirow. Beim Abendbrot lange Gesichter: Die Paprikaschoten waren mit Tofu gefüllt, kein Fleisch für hungrige Ruderer zu haben. Später haben wir noch Zuwachs bekommen: Zwei Ruderkameraden sind über das Wochenende angereist, um uns auf unserer letzten Tour zu begleiten. Den Abend haben wir am Wasser ausklingen lassen, denn es wurde noch ein sonniger, heißer Tag.



07.07.2012

Unser letzter Rudertag startete mit einem heftigen Gewitter, was uns bis zum Mittag im Quartier festhielt. Gegen Mittag sind wir dann zu einer kurzen 14-km-Tour gestartet, die über den Mirower See, den Gramzower Möschen, den Kotzower See und die Mössel zum Campingplatz am Lepnitzsee führte. Dort haben wir unsere letzten Dosensuppen und selbstgebackenen Kuchen verputzt. Die Gewässer in dieser Gegend sind von vielen Paddlern bevölkert. Wir haben Kraniche gesehen und auch ihr Rufen gehört. Kurz vor unserer Rückkehr in die Jugendherberge setzt Regen ein; wir sind beim Boote verladen ein bisschen nass geworden. Den Abend haben wir wieder am Wasser verbracht, bei einem wunderschönen Sonnenuntergang.



08.07.2012

Heute standen unsere Abreise sowie Boote ausladen und reinigen auf dem Programm, gekrönt von einer leckeren Kaffeetafel im Verein, die uns von den Daheimgebliebenen gedeckt worden ist. Alles in allem war es wieder eine schöne Tour mit neuen schönen Strecken im nördlichsten Brandenburg und auf der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Und das eingepackte Essen haben wir restlos verputzt.

Zur Bildergalerie