Geschichte des Spree- Ruder- Club Köpenick e. V.

Die jüngere Geschichte des jetzigen Spree-Ruder-Clubs Köpenick e. V. lässt sich mit dem September 1950 datieren und ist eng mit der gesellschaftlichen Entwicklung Berlins nach dem 2. Weltkrieg verbunden.

Im Mai 1945 war die „Stunde Null“ und gleichzeitig auch die Chance zum Neubeginn für den Sport im Allgemeinen.

Diverse alliierte Kontrollratsgesetze verboten zunächst alle ehemaligen Sportvereine.
Es bildeten sich nach und nach Sportvereine auf der Basis „Antifaschistischer Demokratischer Sportgemeinschaften“ auf kommunaler Ebene.
Wesentliche Grundlage des organisierten Ruderns in dieser Zeit waren der Befehl Nr. 124 der SMAD zur Verwaltung von Wassersportstätten und die Richtlinie für den Wassersport vom 18.07.1946 vom Hauptsportamt des Magistrats von Groß- Berlin zur Errichtung von Wassersportabteilungen.

Auch wenn der Rudersport wegen seiner Einstufung als „feudale Sportart“ nicht gleich seine Freigabe erhielt, fanden sich bald die aus dem Krieg zurückgekehrten Mitglieder früherer Vereine, ehemalige Arbeitersportler, Jugendliche und andere rudersportbegeisterte Männer und Frauen in ihren bzw. anderen in Wohnortnähe liegenden Bootshäusern ein und begannen mit der Aufbauarbeit und Organisierung des Rudersports.

Zu unseren „Altvorderen“, die sich im Bootshaus "von Jahn 1887" in der Gutenbergstraße einfanden und die Wassersportvereinigung Köpenick gründeten, gehörten u.a. ehemalige Ruderer von "von Jahn 1887" und dem Berliner Ruderclub von 1913 aus Oberschöneweide, Spreestraße (Blumengarten).
  Man kann mit Fug und Recht davon ausgehen, dass unsere Wurzeln bis in diese beiden Vereine reichen.

Im Zuge des Aufbaus von Betriebsportgemeinschaften gründeten im September 1950 24 Mitglieder der Wassersportvereinigung Köpenick die Sektion Rudern der BSG Mechanik Köpenick des VEB Kabelwerk Köpenick.
Heimstatt war zunächst noch das Bootshaus in der Gutenbergstraße 2. Im Zusammenhang mit der Gründung neuer Betriebssportgemeinschaften domizilierten wir zwischen 1952 und 1955 gemeinsam mit den Ruderern von Motor Grünau in der Nixenstraße 2 und ab 1955 am jetzigen Sitz in der Wendenschlossstraße 404.

Dieses Bootshaus wurde 1912 vom am 27. 02. 1902 gegründeten Spree-Ruder-Club erbaut. 1938 fusionierte dieser Club mit dem Köpenicker Ruderclub.

Nach dem 2. Weltkrieg war das Bootshaus von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und wurde erst am 02. Februar 1955 in einer Feierstunde dem Kabelwerk Köpenick mit der Maßgabe übergeben, es seiner Betriebssportgemeinschaft (jetzt Motor Köpenick, und später dann wieder Kabelwerk Köpenick) zur Ausübung des Rudersports zur Verfügung zu stellen.

Das Bootshaus stand schon damals allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen offen, die Freude am Übungs- und Wettkampfrudern und Wasserwandern hatten.

Etliche sportliche nationale und internationale Meister haben hier Rudern gelernt.





Der Bootsplatz vor unserem Vereinshaus.




Viele werden sich gerne an wunderschöne Wanderfahrten im Berliner Umland und darüber hinaus erinnern.

Etwa zum gleichen Zeitpunkt, an dem die BSG Motor Köpenick das Haus in der Wendenschlossstraße 404 in Nutzung nahm und mit Leben erfüllte, reaktivierte sich der Spree-Ruder-Club in Westberlin mit dem alleinigen Ziel der Traditionspflege. Neue Mitglieder wurden nicht aufgenommen. 1977 verstarb das zuletzt bekannte Vorstandsmitglied dieses Traditionsvereins.

Nach der „Wende“ im Herbst 1989 fusionierte der Deutsche Rudersportverband der DDR und der Deutsche Ruderverband zu einer einheitlichen Sportorganisation. Die Trägerbetriebe der Betriebsportgemeinschaften in der DDR, so auch das Kabelwerk Köpenick, wurden privatisiert bzw. „abgewickelt“ und hörten auf, die ökonomische Grundlage für den Sport zu sein.

Auch vor uns stand die Frage: Wie soll es weitergehen?

Mit dem Ziel, die besten Seiten des Rudersports am traditionsreichen Ort zu bewahren und zu pflegen, gründeten im September 1992 die 75 Mitglieder der Sektion Rudern der BSG KWK den Spree- Ruder- Club Köpenick e. V im Bootshaus Wendenschlo▀str. 404

Laut Satzung verfolgt dieser Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Er soll vor allem rudersportlich interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene vereinen, unabhängig davon, ob sie als selbst aktives oder förderndes Mitglied tätig sein wollen.

Das Bootshaus selbst wurde im Sommer 1992 von der Treuhandanstalt dem Bezirksbauamt Köpenick übertragen. Der Spree- Ruder- Club Köpenick e. V. erhielt für den ausschließlich rudersportlich genutzten Teil einen inzwischen bis 2026 laufenden Nutzungsvertrag.

Für die im Haus vorhandene Gaststätte und Pension galt bis Sommer 1999 ein gesonderter Pachtvertrag, der wegen Unwirtschaftlichkeit auslief.

Die in diesem Zusammenhang einsetzenden Bemühungen des SRC Köpenick e. V. und des Bezirksamtes Köpenick für eine wirtschaftlichere Nutzung des Objektes führten letztlich dazu, dass ein Teil des Bootshauses in den Jahren 2000 bis 2002 mit großer Unterstützung der öffentlichen Hand zu einer Senioren – Begegnungsstätte ausgebaut wurde.
  Seit April 2002 vereinigen sich unter einem gemeinsamen Dach Jung und Alt.

Bei klarer Abgrenzung herrscht auf dem Gelände täglich reger Betrieb, und das Haus erfährt eine optimale Nutzung.

Zugleich wächst ein Miteinander. Für den SRC reduzieren sich die Betriebs- und Investionskosten, und die Beiträge der Mitglieder können wieder verstärkt für den unmittelbaren Ruderbetrieb eingesetzt werden.

Unsere Mitgliederzahl ist im Steigen; der Anteil der Kinder und Jugendlichen beträgt z. Z. 20 %. Nach wie vor sind wir für alle rudersportlich Interessierten aller Altersklassen offen.

Unsere Aktivitäten reichen von der Anfängerausbildung über den Übungs-, Trainings- und Wettkampfbetrieb, das Wanderrudern, den Ausgleichssport bis zu diversen geselligen Veranstaltungen.

Nähere Informationen erhält man vom Vorstand und allen Mitgliedern.

In den Sommermonaten März bis Oktober sind Ruderkameraden regelmäßig Donnerstag- und Freitagabend oder am Wochenende im Bootshaus anzutreffen.

Die Vorsitzende Frau Belinda Willert ist telefonisch unter der Rufnr.:
030-6568270

und der stellv. Vorsitzende Herr Andreas Gessner unter der
Rufnr.:
0173-6093121 zu erreichen.