Pfingsten mal anders – Rudern, Sonne und gute Freunde

 

Traditionell verbringen wir Pfingsten gemeinsam mit unseren Stralsunder Freunden auf Ostsee und Bodden. Doch in diesem Jahr wurde alles anders: Die Stralsunder kamen zu uns! Dank der hervorragenden Organisation von Elke und Detti führte uns die Tour nach Rüdersdorf zu unseren Sportfreunden vom Rüdersdorfer RV Kalkberge.

Am Freitag trafen wir in Rüdersdorf ein – allerdings etwas später als die Stralsunder, die uns kurzerhand herzlich willkommen hießen, als wären wir die Gäste ihrer eigenen Veranstaltung. Nach dem Bezug der sehr praktischen Unterkünfte wurde der Willkommensabend mit passenden Kaltgetränken eröffnet. Beim anschließenden Grillen wurde geschlemmt, erzählt und herzlich gelacht. Ein besonderes Highlight war Dettis Bericht von der letzten Rügenumrundung, bei dem die KI die Teilnehmer kurzerhand zu Helden einer epischen Abenteuergeschichte machte.

Der Samstag begann mit einem Frühstück direkt am See – bei einer Kulisse, die fast schon kitschig schön war. Anschließend ging es nach Wendenschloss, wo endlich die mit Spannung erwarteten Bootsbesatzungen bekanntgegeben wurden. Punkt 11 Uhr starteten wir bei Sonnenschein und nahezu Windstille Richtung Rüdersdorf. Der Müggelsee zeigte sich von seiner besten Seite und wir genossen die Weite des Wassers. Da selbst die beste Sonnencreme irgendwann an ihre Grenzen kommt, war die Pause beim gastfreundlichen Ruderverein Rahnsdorf mehr als willkommen.

Über die Müggelspree, den Dämmeritzsee, Erkner und den Flakensee erreichten wir schließlich die Woltersdorfer Schleuse. Einige besonders durstige Kameraden entdeckten dort die örtliche Brauerei. Nach einer kurzen Erholungspause ging es weiter zum Rüdersdorfer RV. Wer nun dachte, der Tag sei geschafft, hatte die Rechnung ohne 13 besonders motivierte Ruderinnen und Ruderer gemacht, die noch schnell eine Extrarunde über den Stienitzsee drehten. Zur Belohnung warteten bei der Rückkehr bereits die bestellten Pizzen.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der „Drei-Seen-Tour“. Nach einem üppigen Frühstück bei Sonne, Sonne und noch mehr Sonne ging es über die Löcknitz zum Werlsee. Mit drei Vierern, zwei Dreiern und jeder Menge guter Laune bildeten wir eine beeindruckende Ruderflotte. Der Wind stand günstig, sodass zeitweise sogar die Ruderblätter als Segel dienten. Über den Peetzsee und den Möllensee erreichten wir schließlich unseren Rastplatz – einen Spielplatz, der kurzerhand von einer Horde hungriger Ruderer besetzt wurde. Die wenigen anwesenden Kinder durften großzügigerweise weiterhin die Klettergerüste nutzen.

Auf dem Rückweg kehrten wir an der Woltersdorfer Schleuse in die inzwischen asiatisch geführte „Liebesquelle“ ein. Das freundliche Team meisterte unsere sehr unterschiedlichen Durstbedürfnisse mit bemerkenswertem Humor und Tempo.

Am Abend wurde wieder gegrillt. Holli und ich bewachten den Grill, die Würste vom Landfleischer fanden reißenden Absatz und das Salatbuffet war eine Augenweide. Der letzte Abend gehörte den Geschichten, den Trinksprüchen und den Gesprächen mit unseren Freunden aus Stralsund. Während die Sonne langsam im See versank, hielt ein harter Kern die Stellung – weit über Mitternacht hinaus.

Nach einem fürstlichen Frühstück (die Frühaufsteher hatten diesmal erfreulich geräuscharm gearbeitet) ging es am Montag zurück Richtung Heimat. Unsere Bootsbesatzung mit Furchti als Obmann, Berit, Bine, Jörg und mir war in den Tagen zu einem echten Team zusammengewachsen. Obwohl unser B-Gig-Boot liebevoll „Dickboot“ genannt wurde, entwickelten wir eine erstaunliche Geschwindigkeit. Als auf den letzten Metern sogar bei Jörg sein berüchtigtes Kampf-Gen erwachte, mobilisierten wir die letzten Reserven und erreichten tatsächlich als Erste unseren Steg.

Für mich persönlich wird diese Tour unvergesslich bleiben. Die Organisation war erstklassig, jeder packte mit an, es wurde viel gelacht, reichlich Blödsinn erzählt und erstaunlich wenig gemeckert – wobei ein kleines bisschen Meckern unter Ruderern schließlich zur Tradition gehört. Ein großes Dankeschön an Elke, Detti, Holli und alle Helfer.

Und an unsere Freunde aus Stralsund: Es macht einfach Spaß mit euch!

Euer Torsti